Galgen und Schwert

Die ehemalige Schlitzer Familie Hillen verfügte über ein Familiennotizbuch, das 1936 teilweise in den Lauterbacher Heimatblättern (7/8. S. 2) abgedruckt wurde. Zwei Strafrechtsfälle aus diesem Kompendium dürften auch noch den Menschen von heute nach knapp 300 Jahren interessieren:

  • "1727 ... ist Konrad... bürtig von Kirchhain aus dem Ambt Rothenburg wegen begangenem Diebstahl allhier (Schlitz) gehenkt worden. Er ist mit großer Freudigkeit gestorben und hat sich auf dem Wege die schönsten Gesange vorsingen lassen, insonderheit: 'Freu' dich sehr, o meine Seele pp.'"
  • "1728, 30. Juli... ist Johannes... , Einwohner in Rimbach, aber bürtig von Bieben aus dem Darmstädtischen allhier (Schlitz) geköpft worden, der Leib unter dem Galgen begraben und der Kopf auf einen Pfahl gestockt worden. Seine Geschichte war: Johannes... war ein Erzbösewicht, dann er hat seine Schwieger (=Schwiegermutter), die Metzger Wittib (=Metzger-Witwe) mit Gift hingerichtet und, nachdem dieselbe fast ein Jahr todt und begraben war, hat er seiner Frau drei Geschwister auch Gift beigebracht, welche solches zwar wieder mit großen Schmerzen von sich gebrochen, hat aber die erste wieder aufgeweckt und auf der Tortur gestanden. Daher ist dann solcher Prozeß gemacht worden."

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