Der Feuertrommler

Johannes Kumpf aus Schlitz hatte 1842 anlässlich eines Brandes in Pfordt in Schlitz Alarm mit der Trommel gegeben (vgl. Stadtarchiv Schlitz X.X.VII.3.8).

Der Bürgermeister sprach ihm eine Vergütung von 36-40 Kreuzer durch die Feuerkasse zu, der Feuerkassenrechner Schneider widersprach jedoch, weil eine Verfügung zum Trommeln wegen eines Brandes nicht bestehe. Bis der Trommler eine Straße durchziehe, sei der Feuersruf längst durch die Sturmglocke oder den Feuerläufer verkündet.

Schneider im einzelnen: "Der Spektakel durch die Trommler hat keinen weiteren Zweck, als dass dadurch die Kinder aus allen Straßen zusammengezogen und einem jeden Fremden höchst auffallender Straßenunfug herbeigeführt wird, der sowohl aus sittlicher als auch polizeilicher Hinsicht untersagt werden muss."

Der Kreisrat in Alsfeld, der schließlich mit der Sache befasst wurde, hatte gegen die Nutzung eines Trommlers nichts einzuwenden. Eine solche Nutzung sei aber nicht der Feuerkasse sondern der Gemeindekasse aufzuerlegen. Am 30. März 1842 war Kumpf immer noch nicht durch die Gemeindekasse "befriedigt" worden. Darauf erhöhte der Kreisrat auf 48 Kreuzer bis einen Gulden bei Meidung einer Strafe von einem weiteren Gulden.

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